Wie du Veränderungsprozesse tiefgreifend und nachhaltig gestaltest.

In diesem Video geht es um echte Veränderung, jenseits von schnellen Tipps und oberflächlichen Methoden. Warum scheitern so viele Menschen an ihren Veränderungsprozessen? Weil sie weiter rennen, statt innezuhalten. Ich zeige dir, wie du deine eigenen Denkmechanismen erkennst, alte Muster durchschauen kannst und den Unterschied zwischen echten Bedürfnissen und bloßen gedanklichen Verlangen verstehst.
Transkript
Intro

Du bist in deinem Leben an einem Punkt angekommen, an dem dir klar geworden ist: So kann es nicht weitergehen – du bist unzufrieden, unglücklich oder dein Leben wird von Ängsten bestimmt und du möchtest etwas verändern. Veränderungsprozesse ganz gleich ob im privaten oder beruflichen Kontext sind selten leicht umzusetzen. Oft scheitern sie daran, dass wir nach einer gewissen Zeit doch wieder in alte Muster zurückfallen. Dieses Scheitern kann viele Gründe haben. Damit es dir zukünftig besser gelingt, solche Prozesse bewusster zu durchlaufen, möchte ich mit dir einige zentrale Punkte besprechen, die dabei entscheidend sind. Um welche Punkte es sich dabei genau handelt, das besprechen wir jetzt – los geht’s.


Begrüßung und Einstieg


Hi und herzlich willkommen zum heutigen Video, schön dass du eingeschaltet hast. In meiner Arbeit als Trainer und Coach begleite ich häufig Menschen in ihren Veränderungsprozessen. Was mir dabei oft auffällt, viele Menschen haben verzerrte Vorstellungen und widersprüchliche Erwartungen davon, wie sich solche Prozesse gestalten lassen. Und genau diese daraus resultierende grundlegende Einstellung führt eben dazu, dass die Umsetzung schwerer wird als nötig oder dass sie sogar komplett scheitert.


Außen oder Innen

Bei jeder Art der Veränderung, die du anstrebst solltest du dir am Anfang eine einfache Frage stellen: Hat der Konflikt mit einer Gewohnheit zu tun, die du leicht ablegen kannst oder entsteht der Konflikt durch ein Muster, das tief in dir sitzt?

  • Wenn es um alltägliche Verhaltensmuster geht, die durch deine Handlungen leicht sichtbar werden, sind die Lösungen oft klar und praktisch: Beispiel – du schläfst schlecht, weil du abends noch zwei Stunden Social Media konsumierst. Die Lösung für diesen Konflikt, der aus einer konkrete Routine entsteht ist vermeintlich leicht umzusetzten: Handy weglegen und stattdessen bewusst etwas Entspannendes tun.
  • Wenn der Konflikt aber mit inneren Überzeugungen zu tun hat, die tief in dir verwurzelt sind, wird es komplexer. Dann reicht es nicht, etwas „wegzulegen“. Hier braucht es Aufmerksamkeit, Bewusstheit und die Bereitschaft, tiefer zu schauen.

Erwartungen und Ansprüche

Viele Veränderungsprozesse scheitern daran, dass wir unbewusst erwarten, es gäbe sowas wie eine Anleitung – die wir Schritt für Schritt abarbeiten können. Wir suchen nach schnellen Lösungen, die uns versprechen: „Mach dies oder befolge nur diese 3 einfachen Regel, und dein Problem ist gelöst.“ Aber diese oberflächlichen Konzepte funktionieren nicht, vor allem nicht wenn du wirklich etwas langfristig verändern willst.

Das wir dieses Anspruchsdenken so sehr verinnerlicht haben ist nicht verwunderlich, denn es unterliegt im Grunde unserer gesamten Alltagsstruktur. In nahezu jedem Lebensbereich sind wir umgeben von unzähligen Identifikationsmöglichkeiten, die häufig auf den Prinzipien von Leistung, Verbesserung oder Selbstoptimierung basieren – Und wir müssen uns fragen, ob uns nicht genau dieses Leistungsdenken im Weg steht, wenn es um echte innere Veränderungsprozesse geht, bei denen wir nicht bloß ein altes Muster durch ein neues Muster ersetzten.


Immer weiter geradeaus

Denn was daraus resultiert: Wir bleiben innerlich nie stehen. Wir rennen immer weiter – und versuchen im Rennen Lösungen für Probleme zu finden, die wir ursächlich überhaupt nicht verstanden haben. Das kann nicht funktionieren, weil wir den Konflikt auf diese Weise nie an der Wurzel packen.

Vielen Menschen ist zwar bewusst, dass ihre ständigen Gedanken sie nicht zur Ruhe kommen lassen, doch zugleich wissen sie nicht, wie sie den Kopf zum Schweigen bringen können. So bleibt die Aufmerksamkeit im Denken verhaftet – genau dort, wo die Quelle der meisten unserer Konflikte liegt.


Das Denken als Treiber

Das eigentliche Problem liegt nicht im Denken selbst, sondern darin, dass unser Denken von dem beständigen Verlangen nach Kontrolle getrieben ist und dass wir durch unsere unbewussten Identifikationsmechanismen dem Denken zu viel Bedeutung beimessen. Wir verwechseln auf Grund dessen gedankliche Verlangen mit echten Bedürfnissen. Und genau dadurch geraten die wirklichen Bedürfnisse wie Ruhe, Nähe, Vertrauen und Gesundheit ins Wanken. Die Folgen sind Stress in Form von körperlichen und psychischen Problemen.


Schreib deine eigene Anleitung

Veränderung beginnt nicht mit irgendeinem intellektuellen Konzept, sondern ganz schlicht mit der einfachen Frage: Warum renne ich überhaupt die ganze Zeit und was würde passieren wenn ich wirklich mal stehen bleibe? Auch wenn es paradox klingen mag – Es ist wichtig, dass du dich an dieser Stelle nicht damit beschäftigst, wie man innerlich stehen bleibt – sondern das du stattdessen damit beginnst ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass da dieses permanente Verlangen nach Kontrolle und Sicherheit ist oder dass da beständig Wünsche in dir aktiv sind, die damit verbunden sind etwas zu erreichen oder dich in irgendeiner Form zu verbessern. Das sind die Tatsachen, die wirklich vorhanden sind und die dich dazu bewegen immer weiter zu laufen. Richte deine Aufmerksamkeit lieber auf die Beobachtung dieser Tatsachen, statt dich auf das ‚Stehenbleiben‘ zu fixieren. Denn solange du keine unmittelbare Erfahrung dieses Zustands gemacht hast, bleibt er höchst wahrscheinlich eh nichts weiter als eine Projektion deines Denkens.

Auch wenn es keine fertige Anleitung für diese Veränderungsprozesse gibt, kannst du beginnen, mit einigen gezielten Fragen deine eigenen Mechanismen zu durchleuchten.

  • Wie arbeitet mein Denken?
  • Wie entstehen Bilder und Vorstellungen in mir?
  • Wie wirken meine Bewertungsmuster auf mein Leben?
  • Wo sucht mein Denken ständig nach Kontrolle und Sicherheit?
  • Mit welchen Gedanken und Bildern identifiziere ich mich bewusst oder unbewusst?

 

Wenn du das erkennst, kannst du deine eigene Anleitung schreiben und zwar nicht für ein bestimmtes Problem, sondern für dein Denken insgesamt. Damit kein falscher Eindruck entsteht – es geht keinesfalls darum, unsere Fähigkeit zu Denken schlecht zu machen, es geht vielmehr darum, dass wir lernen bewusst zu unterscheiden: Wo hilft mir mein Denken? Und wo steht mir mein Denken im Weg?


Schluss / Reflexion / Fazit

Veränderung scheitert nicht daran, dass du zu schwach bist oder die falsche Methode wählst. Sie scheitert daran, dass du weiter rennst, statt stehenzubleiben. Wenn du beginnst, innezuhalten, deine eigenen Mechanismen zu durchschauen und die echten Bedürfnisse von den gedanklichen Verlangen zu trennen – dann entsteht ein Raum, in dem Veränderung wirklich möglich wird. Und genau dort beginnst du damit dich selbst zu verstehen und das nicht nur im Kopf, sondern im ehrlichen Kontakt mit dir selbst.

 

Abschluss

Vielen Dank fürs Zuschauen. Wenn dir das Video gefallen hat, lass mir sehr gerne einen Like oder ein Abo da. Schreib mir auch sehr gerne mal in die Kommentare, welche Veränderungsprozesse dich gerade beschäftigen. Ich würde mich sehr freuen, dich im nächsten Video wieder begrüßen zu dürfen, bis dahin wünsche ich dir alles Gute.

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