Konfliktfreie Kommunikation lernen: Selbstverantwortung statt Reaktion, mit einem einfachen Perspektivwechsel

In diesem Video geht es um die wichtigste Frage in jedem Konflikt: Wer hat hier eigentlich ein Problem? Du lernst, wie du in schwierigen Gesprächen ruhig bleiben, bewusst reagieren und die Probleme anderer nicht zu deinen machen musst. Mit einem einfachen Perspektivwechsel zeige ich dir, wie du Selbstverantwortung übernimmst, deine Grenzen klar kommunizierst und konfliktfreie Kommunikation im Alltag leben kannst, ohne dich zu verlieren.
Transkript
Einstieg: Was hat diese Tasche mit Kommunikation zu tun?

Was diese Tasche hier mit deiner Fähigkeit zu kommunizieren zu tun hat – und inwieweit sie dir helfen kann, in zukünftigen angespannten Situationen konfliktfrei zu bleiben, darüber sprechen wir jetzt. Los geht’s.

 

Ziel des Videos: Klarheit und Wahlfreiheit in Konflikten

Schön, dass du heute eingeschaltet hast. Wie im Intro erwähnt, geht es heute um das Thema konfliktfreie Kommunikation. Ich möchte dir ein Bild an die Hand geben, das dir helfen kann, in zukünftigen Streit- und Konfliktgesprächen nicht nur klar und bestimmend zu bleiben, sondern vor allem die Wahl deiner Reaktion bewusst treffen zu können.

Es geht um emotionale Freiheit und darum, in Kommunikationsprozessen bewusst zu entscheiden, wie du antwortest. Oder anders gesagt: Es geht darum, angemessen auf Situationen zu reagieren, statt automatisch.

 

Die Tasche als Metapher für unsere inneren Inhalte

Um ins Thema einzusteigen, klären wir erstmal, was es mit dieser Tasche auf sich hat. Sie steht natürlich metaphorisch für etwas. Und ich würde dir diese Tasche im übertragenen Sinne gerne schenken.

Aber bevor du entscheidest, ob du sie annimmst, möchte ich dir fairerweise sagen, was drin ist.

In dieser Tasche sind all meine Erfahrungen. Meine Ängste, Sorgen, mein vielleicht angeschlagenes Selbstwertgefühl, meine Zweifel, Aggressionen, Erwartungen, Vorstellungen, mein Schubladendenken, alles. Wenn ich dich jetzt frage: Möchtest du diese Tasche haben? Dann ist klar: Du bekommst sie nur mit Inhalt.

Jetzt musst du eine Entscheidung treffen: Ja oder nein?

 

Die bewusste Ablehnung – ein Akt der Selbstverantwortung

Die meisten Menschen, wenn ich diese Metapher in meinen Seminaren verwende, sagen direkt: „Mit dem ganzen Zeug da drin – behalt deine Tasche!“ Und das ist absolut verständlich.

Was hier deutlich wird: Wenn du die Tasche nicht annimmst, triffst du eine bewusste Entscheidung. Und genau darum geht es in der Kommunikation.

 

Alltagssituationen: Wer entscheidet über deine Reaktion?

Jetzt schauen wir auf den Alltag. In Konfliktsituationen, in angespannten Momenten – wie oft entscheiden wir wirklich bewusst, wie wir reagieren?

Mach dir klar: Ich habe so eine Tasche. Du hast so eine Tasche. Jeder Mensch hat eine. Manche sind größer, manche kleiner. Manche voller, manche leerer. Manche bewusst, manche unbewusst. Aber klar ist: Jeder trägt sie mit sich herum.

 

Projektion und Tagesform: Warum Menschen ihre Taschen weitergeben

In dieser Tasche steckt alles, auch meine aktuelle Tagesform. Wenn die schlecht ist, neigen viele Menschen dazu, ihre Inhalte auf andere zu projizieren.

Das erste, was dir dieses Bild helfen kann, ist: Wenn dir jemand blöd kommt, unverschämt oder persönlich wird mach dir klar: Das passiert auf Grundlage seiner Tasche.

Denn wenn Menschen glücklich und zufrieden wären, würden sie nicht ständig Stress und Konflikte suchen. Das Verhalten basiert auf dem, was sie mit sich herumtragen.

 

Bewusstheit statt Rechtfertigung

Wichtig: Ich sage das nicht, um das Verhalten anderer zu rechtfertigen. Es geht nicht darum, alles hinzunehmen. Es geht darum, Bewusstheit zu entwickeln – zu erkennen, dass das Verhalten auf einer bestimmten Grundlage passiert.

 

Selbstwirksamkeit durch innere Klarheit

Wenn dir klar ist, dass jemand dir gerade seine Tasche geben will, dann geht es um Kommunikation, Selbstwirksamkeit und Selbstverantwortung.

Wer entscheidet, ob du die Tasche annimmst? Du.

Als ich die Tasche auf den Tisch gestellt habe und du wusstest, was drin ist – hast du sie wahrscheinlich bewusst abgelehnt.

Aber wie oft passiert dir das im Alltag? Auf der Straße, beim Einkaufen, im Job, in der Beziehung? Wie oft nimmst du die Taschen anderer an – und öffnest sie?

 

Die zentrale Frage: Wer hat hier eigentlich ein Problem?

Eine Frage, die dir in Konfliktsituationen helfen kann: „Wer hat hier eigentlich gerade ein Problem?“

Wenn du erkennst, dass du gar keins hast – sondern dass die andere Person versucht, dir ihre Tasche zu geben, dann kannst du bewusst entscheiden.

 

Die Tasche nicht annehmen – eine bewusste Entscheidung

Du kannst die Tasche annehmen, wenn dir die Person wichtig ist. Du kannst sie gemeinsam mit der Person öffnen und helfen, die Konflikte darin zu lösen. Aber ganz klar: Du entscheidest.

 

Alltagsszene: Ein Beispiel aus dem Café

Ich saß letztens im Café, wollte gehen. Ein anderer Mann stand ebenfalls auf. Ich mache einen kleinen Schritt vor ihm und halte ihm die Tür auf einfach aus Höflichkeit. So bin ich erzogen worden. Da schaut er mich an und sagt: „Ja, vielen Dank. Das hätte ich auch alleine geschafft.“ Kein richtiges Danke  eher eine abwertende, aggressive Antwort.

 

Reiz – Bewertung – Reaktion: Der automatische Ablauf

Das sind genau diese Momente. Ein Reiz läuft durch unser System. Wir bewerten sofort, nehmen es persönlich – und reagieren unbewusst mit Widerstand. Vielleicht sagen wir etwas Blödes zurück.

 

Bewusstheit statt Gegenreaktion

In meinem Fall war es so: Ich habe wahrgenommen, was passiert. Dann kommt das Training ins Spiel. Erstmal durchatmen. Die Bewusstheit springt an. Und die Frage: „Moment, wer hat hier eigentlich gerade den Konflikt?“

Ich habe schnell erkannt: Der Konflikt liegt bei der Gegenseite. Hat mit mir nichts zu tun. Meine Antwort war einfach: „Alles klar. Fürs nächste Mal weiß ich Bescheid.“ Kein Widerstand. Kein Gegenschlag. Nur Klarheit.

 

Grenzen setzen – aber bewusst

Wichtig: Das darf nicht falsch verstanden werden. Natürlich haben wir alle das Recht, unsere Grenzen zu kommunizieren. Wenn jemand sie überschreitet, darfst du das klar sagen: „Hey, du überschreitest gerade eine Grenze.“

Wie du deine Grenzen setzt, wie groß sie sind – das ist individuell. Manche sagen bei einer Beleidigung sofort: „Hier ist Schluss.“ Andere haben mehr Spielraum. Wichtig ist: Du kennst deine Grenzen und du darfst sie kommunizieren.

Aber: Tu es bewusst. Nicht aus Widerstand. Nicht aus Reaktion.

 

Führung übernehmen durch bewusste Antwort

Wer in Gesprächen die Führung übernehmen will, muss bewusst antworten, nicht als Folge einer Reaktion. Die vorgefertigten Muster, in die wir abrutschen, sind keine echten Entscheidungen. Grenzen setzen ist wichtig, aber bewusst und angemessen.

 

Die Tasche als Erinnerung im Alltag

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Video einen hilfreichen Impuls geben. Vielleicht denkst du beim nächsten Mal an diese Tasche. Oder du beobachtest im Alltag: Wo sind diese kleinen Momente, die dich auf die Palme bringen? Wo reagierst du schnell, ohne zu atmen, ohne zu klären, wo der Konflikt wirklich liegt?

Und dann: Triff eine freie Entscheidung. Nimm den Konflikt nicht an oder entscheide bewusst, wie du reagieren willst. Bleibst du entspannt? Wirst du aggressiv?

 

Austausch & Ausblick

Wenn du solche Situationen kennst schreib’s mir gern in die Kommentare. Ich freue mich auf den Austausch. Und natürlich freue ich mich über ein Like oder ein Abo. Ich hoffe, dich im nächsten Video wieder begrüßen zu dürfen. Bis dahin: Alles Gute. Mach’s gut.

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