Einführung
Dieses Puzzle hier ist ein ganz besonderes Puzzle, denn es kann dir helfen, deine Konflikte zu lösen. Wie das genau funktioniert, besprechen wir im heutigen Video – los geht’s.
„Hi und herzlich willkommen zum heutigen Video, schön dass du eingeschaltet hast. Wie im Intro erwähnt, geht es heute um das Thema Konfliktlösung. Mit Hilfe dieses Puzzles möchte ich dir zeigen, wie sich deine inneren Konfliktmuster zusammensetzen – und wie du diese Muster erkennen und lösen kannst.“
Erkenntnis als Grundlage
Erkenntnis ist immer die Grundlage für Veränderung – und Einsicht wiederum die Voraussetzung für Erkenntnis. In Bezug auf unsere Konfliktmuster bedeutet das: Wir müssen die einzelnen Puzzleteile in uns sortieren, damit wir eine unverfälschte Einsicht in das Gesamtbild bekommen.
Diese Teile stehen für:
- Gedanken
- Bewertungen
- Glaubenssätze
- Körperliche Reaktionen
- Emotionale Reaktionen
Erst wenn die Teile ihren richtigen Platz finden, zeigt sich das klare Gesamtbild und genau dort beginnt echtes Verstehen.
Puzzleteile als Symbol für Konflikte
Stell dir vor, diese Puzzleteile stehen symbolisch für einen Konflikt, der dich gerade beschäftigt. Häufig erkennen wir den Zusammenhang unserer Konfliktmuster nicht – und genau das verhindert ein Durchdringen und Lösen.
Ein einzelnes Puzzleteil kann zum Beispiel für ein Angstgefühl stehen, das in bestimmten Situationen entsteht. Mehr als dieses Gefühl ist dir zunächst nicht bewusst. Die Frage ist: Wie erkennst du das Gesamtmuster – also die zugehörigen Gedanken, Bewertungen, Überzeugungen und Emotionen?
Zwei Wege der Konfliktbearbeitung
Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten:
- Gedankliche Analyse
- Neutrale Introspektion
Beide ergeben am Ende ein Gesamtbild – aber nur eine führt zu einem klaren und unverfälschten Bild.
Möglichkeit 1: Analyse mit dem Verstand
Die erste Möglichkeit ist die, die wir fast automatisch wählen: Wir versuchen, das Puzzle mit dem Verstand linear zusammenzusetzen.
- Das Gefühl wird benannt und etikettiert.
- Der Verstand sucht nach bekannten Schablonen aus Erfahrungen und alten Geschichten.
- Daraus entsteht eine Kausal-Kette: Ursache-Wirkung, die logisch klingt, aber konstruiert ist.
- Das Puzzle wird narrativ zu früh geschlossen.
- Alte Glaubenssätze werden bestätigt.
- Handlungsstrategien wie Kämpfen, Vermeiden, Perfektionieren stabilisieren das innere Muster.
Das Ergebnis: Das Puzzle wirkt geschlossen, doch es zeigt ein verzerrtes Bild. Die Teile wurden zurechtgeschnitten, bis sie in die alte Geschichte passen.
Alltagsbeispiel: Kritik im Meeting
Stell dir vor, du sitzt im Meeting und dein Chef äußert eine kritische Bemerkung.
- Sofort entsteht ein unangenehmes Gefühl, Spannung im Körper.
- Noch bevor du es wirklich wahrnimmst, setzt dein Verstand ein Puzzle zusammen.
- Das Gefühl wird etikettiert: „Ich bin wütend, weil mein Chef mich nicht respektiert.“
- Schablone aus der Vergangenheit: „Kritik bedeutet Abwertung.“
- Geschichte entsteht: „Weil mein Chef mich kritisiert, bin ich minderwertig.“
- Ableitung: „Mein Chef ist das Problem.“
Doch hier liegt der Irrtum: Die Geschichte bestätigt nur alte Überzeugungen („Kritik heißt, ich bin nicht gut genug“). Alles, was nicht passt – etwa ein anerkennendes Wort oder sachliche Kritik – wird ausgeblendet.
Folge: Schuldzuweisung, innere Abwehr, offener Konflikt oder Überkompensation durch Leistung. Das Puzzle wirkt geschlossen, ist aber verzerrt – und keine echte Lösung entsteht.
Möglichkeit 2: Reine Beobachtung
Im Gegensatz dazu ist der Verstand in der zweiten Variante zwar aufmerksam, aber passiv. Wir setzen das Puzzle nicht aktiv zusammen, sondern schaffen einen inneren Raum, in dem sich die Teile von selbst ordnen können.
Dieser Raum entsteht, wenn wir Empfindungen, Gefühle und Gedanken nicht sofort etikettieren oder interpretieren.
- Gedanken und Gefühle erscheinen wie Wolken am Himmel – sie ziehen vorbei, ohne den Himmel selbst zu verändern.
- Wir lösen uns von der Identifikation mit Gedanken und Gefühlen.
- Es entsteht Stille, Präsenz und ein Zustand jenseits von Kontrolle.
Neurobiologische Perspektive
Auch neurobiologisch lässt sich dieser Prozess erklären:
- Stressreaktionen nehmen ab, Herzschlag und Atmung regulieren sich.
- Der Körper schaltet von „Kampf oder Flucht“ in Ruhe und Regeneration.
- Netzwerke im Gehirn, die auf Integration ausgerichtet sind, werden aktiv.
- Erfahrungen und Gefühle können sich neu verknüpfen – jenseits alter Muster.
So entsteht ein innerer Raum, in dem sich die Puzzleteile von selbst zusammensetzen.
Alltagsbeispiel: Kritik im Meeting (Variante 2)
Wieder sitzt du im Meeting, dein Chef äußert eine kritische Bemerkung.
- Ein Gefühl entsteht, spürbar im Körper.
- Statt sofort ein Puzzle zu bauen, bleibst du bei der Beobachtung.
- Du klebst kein Etikett auf das Gefühl, bewertest es nicht.
- Du lässt es einfach da sein und beobachtest.
In dieser Aufmerksamkeit entsteht ein Raum. Ein leises Aufblitzen zeigt: Die Aggression richtet sich nicht gegen den Chef, sondern schützt etwas in dir. Dahinter liegt die Angst vor Bewertung, vor dem Verlust von Wert.
Das Ergebnis: Statt Schuldzuweisung entsteht Klarheit. Du kannst die Kritik wahrnehmen, ohne sie mit deinem Selbstwert zu verknüpfen – und dadurch frei reagieren.
Die entscheidende Frage: Warum statt Wie
Das Puzzleteil – dein Angstgefühl – ordnet sich nur dann richtig, wenn du erkennst:
- Die Frage nach dem Wie führt dich in den Konzeptmodus und damit zurück in alte Muster.
- Die Frage nach dem Warum führt dich zu deinem Motiv und deiner grundsätzlichen Einstellung.
Es geht darum, ob du einen Zustand aushalten kannst, in dem dein Denken keine Kontrolle hat und keine Erwartungen bestehen. Sobald du etwas erreichen willst, verliert die Beobachtung ihre Offenheit.
Präsenz und Erkenntnis
Nur wenn du nicht mit deinem Denken identifiziert bist, kannst du wirklich präsent im Hier und Jetzt sein. Erkenntnismomente entstehen nicht durch Anstrengung, sondern durch ungerichtete Präsenz.
Es gibt keine Technik, keine direkte Anleitung. Es geht allein um die Bereitschaft, innerlich still zu werden und den Raum offen zu halten. Genau dort beginnt die eigentliche Arbeit – und dort zeigt sich, was wirklich in dir verborgen liegt.
Abschluss
Vielen Dank fürs Zuschauen. Falls dir das Video gefallen hat, lass mir gerne ein Like oder ein Abo da. Schreib mir auch in die Kommentare, welche Puzzleteile du bei dir schon finden konntest. Ich freue mich darauf, dich im nächsten Video wieder zu begrüßen.


